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Für das Modelljahr 2023 erfindet der italienische Hersteller Fantic seine Räder nicht neu. Weiterhin sind drei Sportenduros und vier Motocross-Modelle im Portfolio. Sechs dieser sieben durften wir zu einem ersten Test ausführen.
Seit dem "Neustart" des italienischen Herstellers Fantic, als neue Investoren 2014 dem alten Namen zu neuem Glück verhalfen, hat sich einiges getan in der Fantic-Modellpalette. Und auch an der Firmenkonstellation zwischen Yamaha und Fantic. Denn seit Beginn der Wiedergeburt basieren die Fantic-Modelle motorseitig auf Yamaha-Enduros und -Crossern, stecken im gleichen Rahmen wie diese. Feinheiten und Anbauteile unterscheiden die beiden Marken aber zunehmend. Fantic fährt große Erfolge im Rennsport ein und entwickelt sein Portfolio stetig weiter. Bei einem Testtag in Italien durften wir sechs Modelle des Jahrgangs 2023 testen.
Beginnen wir mit einem der Achtelliter im Bunde, mit der Fantic XE 125, für die der Satz "klein, aber Oho!" wohl erfunden wurde. Denn die neue Zweitakt-Enduro für den Rennnachwuchs war das Highlight der Neuvorstellungen. Ein neuer Motor – und zwar der, der in der XX 125, also dem kleinen Crosser, schon im Vorjahr verbaut war – soll nun die Enduro wettbewerbsfähiger machen. Schon der Zufahrtsweg zur Enduro-Strecke lockte ein freudiges "Huch!" hervor: Wir haben es hier mit einer knapp 100 Kilo leichten Rakete zu tun! Zwar fehlte der direkte Vergleich zum Vorjahresmodell. Der Plan, mit neuem Zylinder und Kopf, Kolbel, Pleuel und neuem Keihin-Vergaser Leistung in allen Drehzahlbereichen abrufen zu können, scheint aber aufzugehen.
Technische Passagen gelingen ohne wildes Umherschalten oder die Kupplung-Vollgas-Methode; lange Geraden und Hänge ziehen nur verschwommen vorbei. Die 125er-Enduro ist ein Spielzeug und eine Waffe zugleich. Das verstärkt sich natürlich, wenn der leichte Rennnachwuchs am Kabel zieht, für den auch das KYB-Fahrwerk passend abgestimmt ist. Wohlfühlen würden könnten sich auch noch etwas unsichere Einsteiger oder Einsteigerinnen. Denn durch zwei verschiedene Mappings kann das Ansprechverhalten etwas entschärft werden. Das erleichtert erste Versuche im Nassen oder auf losem Geröll.
Und wer schon mal einen ganzen Tag an seine Offroad-Grenzen gegangen ist weiß: Auch beim Aufheben ist das geringe Gewicht ein Vorteil. Die schlanke Form macht zugleich das Handling unkompliziert. Genauso unkompliziert – kleiner thematischer Sprung – ist bei allen Fantic Enduros die Zulassung beim Amt: Zwei- und Viertakter werden mit Euro-5-Homologation und Papieren ausgeliefert.
Die Fantic XEF 250 führten wir als nächstes auf dem Testgelände aus und fanden uns auf dem gewohnt hochwertigen, leistungsstarken und präzise ansprechenden Renngerät wieder. Die Grenzen des Yamaha- beziehungsweise Minarelli-Motors lassen sich nur erahnen.
Weiter zur Fantic XEF 450. Nach einer Warnung des Mechanikers "Achtung, Höllengerät", bollerte sie in gewohnter Traktoren-Manier durch den Wald. Eine neue Standart-Einstellung des Mappings (individuell mit App programmierbar) machte sie für das Modelljahr 2023 jedoch um einiges beherrsch- und berechenbarer, als die Vorgängerin. Die Leistung (derer mehr als genug vorhanden ist) entfaltet sich nun linearer; enge Passagen lassen sich präzise durchsteuern. Das recht straffe Fahrwerk allerdings fühlt sich wohler und arbeitet bereitwilliger mit, je schneller man die Fantic XEF 450 bewegt.
Inoffizieller Testliebling aller Anwesenden war mit der Fantic XX 125 auch hier die 125er. Technisch zwar gleich zum Vorjahr, dennoch überrascht die Leistung des Achtelliters immer wieder aufs Neue. Fahrradfeeling mit Feuer unterm Hintern und verdammt gutem Fahrwerk! Wie alle Fantic-Zweitakter für 2023 ist der Luftfilter nun schneller (über eine gesteckte Abdeckung) zu erreichen.
Dieses Update erfuhr also auch der 250er-Zweitakt-Crosser XX 250, der gewohnt bissig und rennwilligst als nächster an der Reihe war. Und da die lustige Verwirrung aus X, F und E noch nicht perfekt ist, nun zur sechsten im Bunde: die Fantic XXF 450. Das erste X steht dabei für X-trem cool (Vermutung der Redaktion), das zweite für Motocross und das F für Fourstroke – logisch. Technisch ebenfalls unverändert, ab Werk mit zuschaltbarer Traction- und Launch-Control.
Wer mitgezählt hat, bemerkt nun sicherlich, dass das wichtigste Modell fehlt: Die XXF 450 – die große Viertakt-Enduro fehlt. Vorerst. Die Theorie: Kooperationspartner Yamaha stellte erst kürzlich sein völlig neues Pendant-Modell vor. Ob Fantic auf diesem bauen durfte, wird erst auf der EICMA enthüllt.
Fantic ist richtig Racing – das verspricht nicht nur der Slogan "Factory Feeling", das demonstrierte auch die Modellpalette für 2023 eindrücklich. Hochwertige Komponenten, gewohnt starke Aggregate von Minarelli, Euro-5-Homologation und akzeptable Preise. Die Erfolge in Enduro- und Motocross-Meisterschaften sprechen für sich; die Kooperation zwischen Yamaha, Minarelli und Fantic scheint aufzugehen. Wir sind gespannt, was der 450er-Crosser zu bieten hat, der auf der EICMA vorgestellt wird.
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